Der Klimawandel strukturiert globale Märkte radikal um. Erfahre, warum Klimaanpassung strategisch ins Portfolio gehört, und entdecke Top-Aktien aus den Bereichen Wasser, Klimatechnik, Rückversicherung und Agrartechnologie.

Der Klimawandel ist die prägende wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderung der kommenden Jahrzehnte. Auf Basis des IPCC AR6 Synthesis Reports (Szenario SSP2-4.5) ist bis 2100 eine globale Erwärmung von 2,7 °C zu erwarten, mit drastisch zunehmenden Extremwetterereignissen wie Hitzewellen, Dürren, Starkregen und Überschwemmungen. Diese Entwicklung zerstört nicht nur Lebensgrundlagen, sondern strukturiert Märkte grundlegend um.
Die vorliegende Analyse identifiziert vier Sektoren, die strukturell von der Klimaanpassung profitieren: Wassertechnologie & Ingenieursdienstleistungen (Xylem, Tetra Tech, Arcadis), Klimatechnologie/HVAC (Daikin, Carrier, Trane u.a.), Rückversicherungen (Munich Re, Swiss Re, Hannover Rück, RenaissanceRe) sowie Agrar- und Saatguttechnologie (Corteva Agriscience). In jedem dieser Sektoren werden konkrete Unternehmen vorgestellt und hinsichtlich ihrer strategischen Positionierung bewertet.
Die ungebremste Erderwärmung zerstört durch extreme Wetterereignisse, den Kollaps von Ökosystemen und Ressourcenknappheit zunehmend unsere Lebensgrundlagen und bedroht damit die Stabilität der gesamten Weltgesellschaft. Die Erfahrungen dieses Jahrhunderts und darüber hinaus werden geprägt sein von seinen Symptomen. Die Auswirkungen werden Systeme umstrukturieren und Märkte radikal verändern. Es ist essentiell, dass ein langfristig ausgerichtetes Portfolio den Klimawandel strategisch berücksichtigt. Teil davon ist das Investment in Unternehmen, die sich mit Technologien beschäftigen, die essentiell sind bei der Anpassung an den Klimawandel.
Im Jahr 2025 gab es den höchsten Ausstoß an CO2 Emissionen jemals in der Geschichte. Allen voran durch das Pariser Klimaabkommen (2015) hat sich die Weltgemeinschaft dazu verpflichtet, die globale Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C zu begrenzen. Diverse wirtschaftliche, militärische und politische Interessen der Länder sorgen dafür, dass das Abkommen nicht in dem Maße eingehalten wird, das nötig wäre. Um die aktuelle Lage zu beurteilen, ist der IPCC dafür eine der vertrauenswürdigsten Quellen, um Prognosen und Szenarien für die Erderwärmung bzw. die Folgen der Erderwärmung aus wissenschaftlicher Sicht einzuschätzen. Die Basis dafür ist der umfangreiche AR6 Synthesis Report Climate Change 2023. Weitere Annahmen werden nun auf dem Szenario SSP2-4.5 gemacht. Das Szenario SSP2-4.5 beschreibt einen Entwicklungspfad mit mittleren Treibhausgasemissionen, bei dem der CO₂-Ausstoß bis zur Mitte des Jahrhunderts auf dem heutigen Niveau verharrt und anschließend sinkt. Die kurzfristige Prognose ist bei den weiteren Szenarien so gut wie deckungsgleich. Für SSP2-4.5 ergibt sich folgendes Bild:
Kurzfristig (2021–2040): 1,5 °C (Spanne: 1,2 bis 1,8 °C)
Langfristig (2081–2100): 2,7 °C (Spanne von 2,1 bis 3,5 °C)
In Bezug auf das Wetter hat der Klimawandel folgende Auswirkungen:
Verschiebung des Mittelwerts (Temperatur):
Da sich die globale Durchschnittstemperatur erhöht, verschiebt sich die gesamte Wahrscheinlichkeitsverteilung, sodass früher seltene Hitzeextreme nun überproportional häufig auftreten und neue Intensitätsrekorde erreichen.
Intensivierung des Wasserkreislaufs (Thermodynamik):
Weil die Atmosphäre pro Grad Erwärmung ca. 7 % mehr Wasserdampf aufnehmen kann, führt dies physikalisch zwingend zu heftigeren Starkregen (mehr Wasser abregnet) und gleichzeitig zu schnelleren Austrocknungen der Böden (höhere Verdunstung).
Veränderung der globalen Zirkulation (Luft & Ozean):
Die Erwärmung verändert die großen Strömungssysteme: Der Jetstream schwächt sich ab (Wetterlagen bleiben „stecken“), die Hadley-Zelle weitet sich aus (Wüstenzonen wandern nach Norden) und Meeresströmungen wie die AMOC verlagern globale Regengürtel. Diese Veränderung, sowie der Klimawandel, beeinflussen viele weitere Zirkulationen.
Überlagerung von Extremereignissen (Compound Events):
Da verschiedene Klimasysteme gekoppelt sind, treten Extreme zunehmend gleichzeitig oder in direkter Folge auf (z. B. Hitze gepaart mit Dürre oder Sturmflut kombiniert mit Starkregen). Diese Wechselwirkungen potenzieren die Schäden massiv und führen dazu, dass Ökosysteme und Infrastrukturen schneller zusammenbrechen, als es bei isolierten Einzelereignissen der Fall wäre
Das Grundproblem ist nicht nur die Erwärmung an sich, sondern dass sich Energie und Wasser zeitlich und räumlich immer ungleicher verteilen: Statt moderatem Wetterausgleich erleben wir zunehmend ein ‚Entweder-oder‘ aus extremen Spitzen. Hitzeextreme werden sich oft um den Faktor 2 im Vergleich zur globalen Klimaerwärmung verstärken und die durchschnittliche Landtemperatur steigt um den Faktor 1,5 im Vergleich zur globalen Erderwärmung. Folglich nehmen Extremwetterereignisse (Hitzeextreme, Niederschlagsextreme, Trockenheit, Feuerwetter, Stürme, Fluten) drastisch zu.
Extremereignis (Vertrauensniveau) | +1,5°C | +2°C | +3°C | +4°C |
Hitzeextreme (Sehr hohes Vertrauen) | Häufigkeit und Intensität von Hitzewellen nehmen zu. Heißeste Tage steigen 1,5–2× schneller als der globale Mittelwert. Zunahme hitze-/feuchtigkeitsbedingter Mortalitätsrisiken. | Weitere Verschärfung aller Hitzeindikatoren. Deutlich mehr Tage mit lebensgefährlichen Hitzebedingungen. Stadtgebiete besonders betroffen (Wärmeinseleffekt verstärkt Extreme). | Weitverbreitete, hochintensive Hitzewellen mit langen Andauern. Hitzebedingte Sterblichkeit steigt stark. Viele Regionen stoßen an Anpassungsgrenzen. Landwirtschaft massiv beeinträchtigt. | Extreme Hitzewellen ohne historisches Vorbild. Teile der Subtropen und Tropen werden zeitweise unbewohnbar (Feuchtkugeltemperatur >35°C). Jahrhundertelang keine natürliche Regeneration. |
Niederschlags-extreme (Hohes Vertrauen) | Stärkste Tages-Niederschläge nehmen fast überall zu (typischerweise +7%/°C nach Clausius-Clapeyron). Starkregenereignisse intensiver auch dort, wo Jahresmittel sinkt. | Deutlich häufigere und intensivere Extremniederschläge in fast allen Kontinentalregionen. Der feuchteste Tag des Jahres nimmt prozentual stark zu. Regionale Unterschiede bleiben. | Weitflächig intensivierte Starkregenereignisse. Erhöhtes Risiko für plötzliche Sturzfluten. Saisonale Variabilität steigt (trockenere Trockenphasen, feuchtere Nassen Phasen). | Extreme Niederschlagsereignisse weit über historischem Niveau. Bisherige Extremereignisse (1-in-50 Jahre) werden zu häufig auftretenden Ereignissen in vielen Regionen. |
Trockenheit (Mittleres bis hohes Vertrauen) | Agrarökologische Dürren nehmen in vielen Regionen zu, besonders im Mittelmeerraum, Südafrika, Teilen Südamerikas. Bodenfeuchte sinkt durch höhere Verdunstung trotz gleichbleibender Niederschläge. | Merkliche Ausweitung von Dürreregionen. Wasserverfügbarkeit in schneeschmelzabhängigen Regionen sinkt. Mehr simultane Dürren in mehreren Weltregionen gleichzeitig. | Dürren werden häufiger, länger und intensiver. Harte Anpassungsgrenzen für Wasserversorgung in vielen Regionen. Massiver Rückgang verfügbaren Süßwassers in Trockengebieten. | Dauerhafte Aridifizierung ganzer Regionen (Sahara-Ausweitung, Dürren im Südwesten der USA). Wasser wird zur kritischen Ressource mit Konfliktpotenzial in vielen Weltgegenden. |
Feuerwetter (Mittleres Vertrauen) | Feuerwetter-Bedingungen (hohe Temperatur, Trockenheit, Wind) nehmen in mediterranen Klimazonen, Australien und Teilen Nordamerikas zu. Verlängerung der Feuersaison. | Deutlicher Anstieg von Feuerwetterrisiko in zusätzlichen Regionen. Feuerindex steigt überproportional. Waldbrände in Borealwäldern und arktischen Mooren nehmen zu. | Stark erhöhtes Feuerwetterrisiko in vielen bewohnten Regionen. Megafeuer werden häufiger. Ökosysteme verlieren Resilienz; feuerangepasste Vegetation verschiebt sich polwärts. | Extreme Feuerwetterbedingungen in bisher nicht betroffenen Regionen. Brandschäden an Infrastruktur, Biodiversitätsverluste, und CO₂-Freisetzung durch Brände verstärken Klimaerwärmung (Rückkopplung). |
Stürme & Zyklone (Mittleres Vertrauen) | Anteil intensiver Tropenstürme (Kategorie 4–5) steigt. Maximale Windgeschwindigkeiten und Regenfälle der stärksten Hurrikane nehmen zu. Außertropische Stürme: unklares Signal. | Weitere Intensivierung der stärksten Tropenzyklone. Polwärtige Verlagerung von Zugbahnen in einigen Becken. Sturmflutschäden durch Meeresspiegelanstieg verstärkt. | Deutliche Häufung sehr intensiver Zyklone. Überlagerung mit Meeresspiegelanstieg macht Küstenstürme gefährlicher. Rapid intensification (schnelle Verstärkung) häufiger. | Stärkste je beobachtete Sturmintensitäten möglich. Kombinationsrisiken (Sturm + Flut + Hitzewelle) nehmen stark zu. Zyklone erreichen höhere Breiten als historisch. |
Überschwemmungen (Hohes bis sehr hohes Vertrauen) | Küstenflutrisiko steigt durch Meeresspiegelanstieg; heutige 1-in-100-Jahre-Ereignisse treten bis 2100 mindestens jährlich auf (an >50% aller Küstenpegel). Inland: Starkregenfluten nehmen zu. | Deutlich häufigere Küsten- und Flussüberschwemmungen. Compound-Fluten (Sturmsurge + Fluss + Starkregen) wahrscheinlicher. Bis zu 2× mehr exponierte Küstenbevölkerung in manchen Regionen. | Massive Zunahme der Flutfrequenz und -intensität an Küsten. Städtische Entwässerungssysteme überfordert. Harte Anpassungsgrenzen für viele Küstengebiete und Tieflagen. | Viele Tieflagen und Deltastädte nicht mehr dauerhaft bewohnbar ohne extreme Schutzmaßnahmen. Meeresspiegelanstieg macht einige Inseln unbewohnbar. Verlagerung von Millionen Menschen notwendig. |
Der Bericht bestätigt, dass die globale Erwärmung zu einer Intensivierung und höheren Variabilität des Wasserkreislaufs führt, was sowohl sehr nasse als auch sehr trockene Wetterereignisse und Jahreszeiten verstärkt. Höhere Temperaturen erhöhen die Verdunstung (Evapotranspiration) über dem Land, wodurch dem Boden schneller Feuchtigkeit entzogen wird, was in einigen Regionen bereits zu einer Zunahme landwirtschaftlicher und ökologischer Dürren geführt hat. Gleichzeitig wird projiziert, dass zusammengesetzte Extremereignisse häufiger auftreten, bei denen beispielsweise Hitzewellen und Dürren zeitgleich stattfinden, was die Austrocknung weiter verschärft.
Im Allgemeinen kann man sagen, dass der IPCC Bericht kaum konkrete quantitative Vorhersagen macht, da diese allgemein in der globalen Klimaforschung mit sehr viel Unsicherheit behaftet sind. Das ist zugegeben ein Mangel der Analyse und der Prognosen.
Der Klimawandel führt einerseits zu Überflutungsszenarien, wie auch zu häufigeren Dürreperioden, das zwingt Städte und Länder Wasser effizienter und effektiver zu managen, speichern und wiederaufzubereiten. Hierbei haben die USA und viele Teile Süd- und Osteuropas größtenteils marode Infrastruktur aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts oder älter. Die Erneuerung der bestehenden Infrastruktur ist vor allem mittelfristig interessant für agierende Unternehmen. Robuste Infrastruktur in Wassertechnologie und Ingenieursdienstleistungen ist daher zunehmend unerlässlich.
Xylem (USA)
Xylem ist ein weltweit führender Anbieter von reiner Wassertechnologie, der den gesamten Wasserkreislauf von der Entnahme über die Nutzung bis zur Rückführung abdeckt. Das Unternehmen verbindet klassische Hardware (wie Pumpen, Rührwerke und Aufbereitungsanlagen) zunehmend mit digitalen Lösungen und intelligenter Messtechnik („Smart Water“). Diese Kombination hilft Wasserversorgern und der Industrie, Wasserverluste durch Lecks zu minimieren und die Energieeffizienz zu steigern, was Xylem zu einem zentralen Akteur im Kampf gegen die globale Wasserknappheit macht.
Tetra Tech (USA)
Tetra Tech ist ein US-basiertes Beratungs- und Ingenieurunternehmen, das sich unter dem Motto „Leading with Science“ auf High-End-Dienstleistungen in den Bereichen Wasser, Umwelt und erneuerbare Energien spezialisiert hat. Das Unternehmen unterscheidet sich durch seine hohe wissenschaftliche Expertise bei komplexen Projekten wie der Altlastensanierung, dem Hochwassermanagement und der Klimaanpassung. Durch eine starke Verankerung im Geschäft mit US-Regierungsbehörden profitiert Tetra Tech überdurchschnittlich von staatlichen Infrastruktur- und Klimaschutzprogrammen.
Arcadis (Niederlande)
Arcadis ist ein global agierendes Planungs- und Designunternehmen mit niederländischen Wurzeln, das sich auf Immobilien, Infrastruktur und Wasserwirtschaft konzentriert. Als Experte für „Natural and Built Assets“ übernimmt Arcadis das Design, Engineering und Projektmanagement für große Bauvorhaben, von der Stadtentwicklung und Mobilitätskonzepten bis hin zu komplexen Küstenschutzsystemen. Das Unternehmen nutzt dabei insbesondere sein historisch gewachsenes Know-how im niederländischen Wasserbau, um Städte weltweit widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen.
Allgemein lässt sich sagen, dass dies eine sehr kleine Auswahl an Unternehmen ist, die noch weitergehend analysiert werden sollten. Für eine breitere Sektorwette ist der L&G Clean Water ETF deutlich ratsamer.
Steigende Durchschnittstemperaturen und auch steigende Variabilität im Wetter sorgen dafür, dass es mehr Gebiete geben wird, in denen Klimaanlagen zwingend notwendig werden. In mehr Regionen der Welt werden auch Wet-bulb Events häufiger, bei denen der menschliche Körper aufgrund von einer Zusammensetzung von Temperatur und sehr hoher Luftfeuchtigkeit nicht mehr in der Lage ist die eigene Körpertemperatur zu regulieren. (Bei 100% Luftfeuchtigkeit ist es ab 31°C) In diesen Fällen wird Klimatisierung überlebensnotwendig.
Mittelfristig ist hier vor allem der europäische Markt interessant, der bisher auf Grund von niedrigen Temperaturen und solider passiver Kühlung bzw. solider thermischer Infrastruktur keine große Notwendigkeit von Klimaanlagen hatte. Die prosperierenden asiatischen Schwellenländer (z.B. Indien, Vietnam, Indonesien) sind hier mittelfristig auch sehr interessant, da bei zunehmendem Wohlstand, der flächendeckende Einsatz von Klimaanlagen zu erwarten ist.
Der Bericht der Internationalen Energieagentur IEA unterstreicht den rapide steigenden Bedarf an Klimaanlagen, welche auch zunehmend Stromnetze belasten wird. Getrieben durch den Wohnsektor wird eine Verdreifachung des weltweiten Energiebedarfs für Raumkühlung bis 2050 projiziert. Die aktuelle Lage des US-amerikanischen HVAC Marktes lässt sich am William Blair HVAC Survey erkennen.
Der Markt an Klimageräten ist unterteilt in Residential, Commercial und Industrial. Das größte Potential verspricht am ehesten der residential Sektor. Folgende Liste deckt ~80-85% des gesamten Marktes an Geräten im Bereich Residential Sektors ab. Der residential Sektor besteht aus Split-Klimageräten und Wärmepumpen die als Massenware verkauft werden. Der Commercial Sektor befasst sich mit der Klimatisierung, Belüftung und Heizung von gewerblich und öffentlich genutzten Gebäuden (wie Büros, Hotels, Krankenhäusern oder Einkaufszentren). Der Industrial Sektor konzentriert sich auf spezialisierte, hochbelastbare Kühlanwendungen für Fertigungsprozesse und kritische Infrastrukturen (wie Fabriken, Rechenzentren oder Kraftwerke). Diese Sparte profitiert stark von dem Boom von Rechenzentren und AI-Boom, aber ist kein Teil des Investment Cases. Der HVAC Markt hat insbesondere im Commercial Bereich oligopolistische Tendenzen, deren Player an der Börse gelistet sind. Das macht den Sektor für Investoren sehr interessant. Der HVAC Markt hat eine sehr große und wachsende Überschneidung mit dem Wärmepumpenmarkt, hier können die Unternehmen von Synergien bzw. Technologie-Konvergenz profitieren und auch von dem wachsenden Markt der Climate Mitigation.
Die großen Player schaffen sich einen Moat durch die Verschärfung von Kältemittel-Regularien (Kigali Abkommen - Reduktion von Fluorkohlenwasserstoffen) und strengeren Energieeffizienz-Standards, die hohe F&E nötig machen und modernste Technik voraussetzen. Die Unternehmen können auch von margenstarken und krisensicheren Recurring Revenues über den Lebenszyklus profitieren bei Reparaturen, Software-Updates und Ersatzteilen, vor allem im commercial Bereich.
Carrier Global (USA)
Carrier gilt als einer der Urväter der Branche, da der Firmengründer Willis Carrier die moderne Klimaanlage erfand. Das Unternehmen ist ein weltweit führender Anbieter von innovativen Heiz-, Klima- und Kältelösungen (HVAC). Nach der Abspaltung von United Technologies agiert Carrier eigenständig und bedient sowohl den privaten als auch den gewerblichen Sektor sowie die Transportkühlung.
Trane Technologies (USA)
Trane (ehemals Teil von Ingersoll Rand) positioniert sich als "Klima-Innovator" mit einem sehr starken Fokus auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Neben der Kernmarke Trane, die für robuste gewerbliche und industrielle Kühlsysteme bekannt ist, gehört auch Thermo King zum Portfolio, der Weltmarktführer für Transportkältemaschinen.
Johnson Controls (USA)
Dieses Unternehmen ist mehr als nur ein Hardware-Hersteller; es ist ein Schwergewicht in der Gebäudeautomation. Johnson Controls verbindet Klimatechnik (u.a. über die Marke York) mit Sicherheitstechnik und intelligenter Gebäudesteuerung (OpenBlue). Der Fokus liegt stark auf "Smart Buildings" und der digitalen Vernetzung von Infrastruktur.
Lennox International (USA)
Lennox ist vor allem auf dem nordamerikanischen Markt eine feste Größe. Das Unternehmen konzentriert sich auf den Wohn- und gewerblichen Bereich und ist bekannt für Premium-Produkte mit sehr hohen Effizienzgraden. Im Gegensatz zu den globalen Konglomeraten ist Lennox spezialisierter und fokussierter auf das direkte HLK-Geschäft.
Daikin (Japan)
Daikin ist der weltweit größte Hersteller von Klimaanlagen und Kältemitteln. Das Unternehmen gilt als technischer Vorreiter, insbesondere durch die Entwicklung der VRV-Technologie (Variable Refrigerant Volume), die effiziente Kühlsysteme für große Gebäude ermöglichte. Daikin ist global extrem breit aufgestellt und besitzt unter anderem die US-Marke Goodman.
Mitsubishi Electric (Japan)
Ein Synonym für Qualität und Langlebigkeit. Mitsubishi Electric ist besonders stark im Bereich der Split-Klimaanlagen und Wärmepumpen (Ecodan/Zubadan-Serie). Sie sind sowohl im privaten Wohnbereich als auch in der Industrie sehr präsent und bekannt für ihre Inverter-Technologie, die den Energieverbrauch drastisch senkt.
Midea (China)
Midea ist ein riesiger Technologiekonzern, der nicht nur Klimaanlagen, sondern auch Haushaltsgeräte und Robotik (Besitzer von Kuka) herstellt. Im HLK-Bereich ist Midea einer der volumenstärksten Produzenten der Welt und fertigt oft auch als OEM (Original Equipment Manufacturer) Geräte für andere westliche Marken.
Gree (China)
Gree Electric Appliances ist spezialisierter als Midea und konzentriert sich fast ausschließlich auf Klimatisierung. Sie bezeichnen sich selbst oft als der weltgrößte Hersteller von Wohnraum-Klimageräten. Ihr Motto "Master of Core Technologies" unterstreicht den Anspruch, alle wichtigen Komponenten selbst zu entwickeln und zu fertigen.
NIBE Industrier (Schweden)
Das schwedische Unternehmen NIBE hat sich vom reinen Heizelement-Hersteller zu einem europäischen Marktführer für Wärmepumpen (Erdwärme und Luft-Wasser) entwickelt. Durch eine aggressive Akquisitionsstrategie ist NIBE stark gewachsen und profitiert massiv von der Energiewende in Europa hin zu nachhaltigen Heizsystemen.
Voltas (Indien)
Als Teil der mächtigen Tata-Gruppe ist Voltas der unangefochtene Marktführer für Raumklimageräte in Indien. Das Unternehmen profitiert massiv vom rasanten Wachstum der dortigen Mittelschicht und dem enormen Kühlbedarf auf dem Subkontinent. Neben dem klassischen Endkundengeschäft ist Voltas auch im internationalen Projektgeschäft im Nahen Osten stark vertreten und realisiert dort die Klimatisierung komplexer Großbauten.
Daikin, Gree und Midea decken den Großteil der Klimageräte im Residential Bereich ab und können als spezifische Sektorwette in Betracht gezogen werden, darüber hinaus haben noch LG, Samsung, Haier, Panasonic und Bosch signifikante Marktanteile.
Rückversicherer fungieren im Grunde als Versicherungen für Versicherungsunternehmen, indem sie einen Teil von deren finanziellen Risiken (wie etwa bei großen Naturkatastrophen) übernehmen, um sie vor der Pleite zu schützen. Im Naturkatastrophengeschäft (NatCat) findet hier die größere Wertschöpfung statt, als bei den Primärversicherern. Versicherungen leben von Risikoaversion, durch steigendes Risiko von Naturkatastrophen wird auch die Nachfrage an Versicherungen zunehmen. Folgende Unternehmen sind dafür sehr interessant.
Munich Re (Deutschland)
Die Munich Re mit Sitz in München ist der weltweit größte Rückversicherer. Das Unternehmen übernimmt einen Teil der Risiken von Erstversicherern und ist besonders bekannt für seine Expertise bei der Absicherung komplexer und neuartiger Risiken, wie etwa Naturkatastrophen, Klimawandel und Cyberangriffe. Neben dem Rückversicherungsgeschäft gehört auch die ERGO Group (ein großer Erstversicherer) zum Konzern.
Swiss Re (Schweiz)
Die Swiss Re (Schweizerische Rückversicherungs-Gesellschaft) mit Sitz in Zürich ist der zweitgrößte Rückversicherer der Welt. Das Unternehmen zeichnet sich durch seine starke Forschungs- und Entwicklungsabteilung aus (das Swiss Re Institute) und gilt als Vorreiter in der Risikomodellierung. Die Swiss Re ist global tätig und bietet neben der klassischen Rückversicherung auch Firmenkunden-Versicherungen (Corporate Solutions) sowie spezielle Finanzdienstleistungen an.
Hannover Rück (Deutschland)
Die Hannover Rück ist der drittgrößte Rückversicherer weltweit und hat ihren Hauptsitz in Hannover. Sie gehört mehrheitlich zum Talanx-Konzern (zu dem auch HDI gehört). Die Hannover Rück ist in der Branche besonders für ihre schlanken Unternehmensstrukturen und ihre hohe Kosteneffizienz bekannt. Sie verzichtet weitgehend auf ein eigenes Erstversicherungsgeschäft und konzentriert sich stattdessen rein auf die klassische Schaden- und Personen-Rückversicherung.
RenaissanceRe (Bermuda)
RenaissanceRe (oft RenRe genannt) ist ein führender globaler Rückversicherer mit Hauptsitz auf den Bermudas. Im Gegensatz zu den drei oben genannten europäischen Giganten hat sich RenRe historisch sehr stark auf die Absicherung von Naturkatastrophen (Catastrophe Reinsurance) spezialisiert. Das Unternehmen gilt als absoluter Pionier in der datengestützten Modellierung von Wetter- und Katastrophenrisiken. Durch gezielte Übernahmen in den letzten Jahren hat RenaissanceRe sein Portfolio aber auch im Bereich der Haftpflicht- und Spezialrückversicherung deutlich ausgeweitet.
Es ist zu berücksichtigen, dass das NatCat Geschäft ~20–25% bei Munich RE und Hannover Rück ausmacht bzw. ~15–20% bei der Swiss RE. RenaissanceRe ist mit ~40–45% deutlich stärker im NatCat Geschäft aufgestellt. Anzumerken ist, dass der Erfolg der Rückversicherungen nicht zum Großteil an der NatCat-Sparte hängt. Ein weiteres Problem könnte sich ergeben, dass die Versicherungen das Risiko und damit die Risikoprämien falsch kalkuliert bzw. unterschätzt und damit Verluste einfährt. Auch der CEO von RenaissanceRe warnt, dass die klassischen Cat Models die Auswirkungen des Klimawandels nicht ausreichend berücksichtigen. RenRe hat hier wahrscheinlich einen Vorteil. Zudem kann es dazu kommen, dass Objekte bei hoher Schadenshöhe und hohem Risiko auf beiden Seiten nicht mehr wirtschaftlich versichert werden können.
Die Ernten im Agrarsektor werden vor allem bedroht durch Zunahme extremer Wetterereignisse (Hitze, Dürre, Starkregen, Überschwemmungen), Bodenzerstörung und Erosion (durch Wasser, Wind und Versalzung), Ausbreitung neuer Schädlinge, Krankheiten und Unkräuter und Verschiebung der Vegetationsperioden (z. B. Ernteausfälle durch Spätfröste). Diesen Gefahren kann man unter anderem durch Züchtung und Genetik entgegenwirken, aber auch Smart Farming und Innovatives Wassermanagement können hier Erträge sichern. Vielversprechende Sektoren sind hierbei Wasser-Management & smarte Bewässerung, Saatgut-Technologie & Biologie und Precision Agriculture & AgTech.
Corteva Agriscience (USA)
Der weltweit relevanteste Player im Bereich Saatgut-Technologie ist hier Corteva Agriscience. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vermarktet Saatgut sowie Pflanzenschutzmittel (wie Herbizide, Insektizide und Fungizide) für Landwirte weltweit. Corteva ist in zwei Hauptsegmenten tätig: dem Saatgutgeschäft, das genetisch optimiertes Saatgut für Kulturen wie Mais, Soja, Sonnenblumen, Raps und Getreide umfasst, sowie dem Pflanzenschutzgeschäft, das chemische und biologische Lösungen zur Bekämpfung von Unkräutern, Schädlingen und Krankheiten bietet. Im Bereich der CRISPR Gentechnik hat der Konzern große Fortschritte gemacht, insbesondere mit dem CRISPR-Wachsmais. Da er keine fremde DNA enthielt, wurde er weitgehend als nicht genetisch verändert eingestuft und erhielt einfach eine Zulassung. Corteva Agriscience besitzt außerdem vollständig die Rechte für CRISPR Cas9 im Agriculture Bereich, sodass für die kommerzielle Nutzung von CRISPR Cas9 an Saatgut Lizenzkosten an Corteva zu zahlen sind. Zusätzlich fährt Corteva mit 16.400 Patenten weltweit eine aggressive Patentierungsstrategie von genetische Eigenschaften, DNA-Sequenzen, Wirkstoffen und Formeln, um Konkurrenten abzuschrecken und juristisch unter Druck zu setzen. Jedoch ist der langfristige Erfolg abzuwarten, da langfristig weitere Methoden erfolgsversprechend sind wie CRISPR Cas12a und viele Startups versuchen den Markt aufzumischen. Dennoch, Startups in der CRISPR-Pflanzenzüchtung kämpfen gleichzeitig gegen lange, teure Zulassungsverfahren, komplexe Patentstreitigkeiten, den dominanten Vertrieb der Agrarkonzerne und einen Kapitalbedarf von über einem Jahrzehnt bis zur Marktreife. Aktuell sind große Konkurrenten auch Bayer AG, Syngenta Group und BASF SE. Ein Investment in Corteva Agriscience könnte vielversprechend sein, aber der Erfolg von Corteva hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, sodass die Position klein gehalten werden sollte.
Darüber hinaus ist es in diesem Bereich schwierig große solide pure player zu finden, die börsennotiert sind. Trimble, Deere & Co, AGCO, Lindsay Corp. oder KWS Saat sind weitere Unternehmen die in Betracht gezogen werden sollten.
Aufbauend auf der Auseinandersetzung mit profitierenden Sektoren wurden Einzelaktien vorgestellt. Diese können in der Regel nicht gesamte Märkte abdecken, außer eventuell bei residential Klimaanlagen. Um gesamte Sektoren abzudecken und unternehmensspezifische Risiken zu vermeiden sind breit streuende ETFs die beste Wahl, allen voran, wenn Climate Adaptation Core des Portfolios sein soll. ETFs, die die Strategie gut abbilden sind jedoch kaum zu finden. Der allgemeine Investment Case ist auf die nächsten Jahrzehnte statt Jahre ausgelegt. In dieser Zeit können sich Märkte radikal ändern bzw. disruptiert werden, deswegen ist eine regelmäßige Analyse des Marktes bzw. der Unternehmen notwendig. Auch hier können breit streuende ETF das Risiko mitigieren, da die Positionen des zugrunde liegenden Index konstant angepasst werden. Andererseits verändert sich die Nachfrage derart, dass sich lukrative Nischenmärkte eröffnen, die man zunächst nicht im Blick hatte. Abschließend empfiehlt es sich, darüber hinaus gezielt Unternehmen in diesen Wachstumsmärkten zu untersuchen, um die potenziellen Gewinner zu identifizieren.